Marktbericht 3. Quartal 2020

„Visionäre Vernunft.“

Frankfurt am Main, den 5. Oktober 2021 – Deutschland hat einen neuen Bundestag gewählt. Wer am Ende regiert und was innerhalb der Parteien passieren wird, ist derzeit noch unklar. Angela Merkel ist in ihrer 16-jährigen Amtszeit zum Inbegriff eines stabilen Deutschlands geworden und wurde mit vielen Krisen konfrontiert, nicht wenige davon auf gesamteuropäischer Ebene. Die Flüchtlingskrise ist nur ein Beispiel dafür, wie Angela Merkel versuchte, die europäischen Staats- und Regierungschefs zusammenzuhalten, und dazu beigetragen hat, dass Krisen gelöst werden. Was erwarten wir, was erwarten die Europäer, wenn Angela Merkel nicht mehr an der Macht ist?

Die Wahlprogramme vieler Parteien bezogen sich zunehmend auf kurz- bis mittelfristige Themen und waren dabei mitunter sehr unkonkret. In vielen Themenbereichen ist unklar, wie Ziele und Visionen tatsächlich erreicht und umgesetzt werden sollen. Zudem erweckt es den Anschein, dass das konventionelle Denken und der Erhalt der eigenen Macht über den globalen Problemen stehen. Dabei sind Herausforderungen wie der steigende Rohstoff- und Energiebedarf, die Klimaveränderung oder die Zunahme der Weltbevölkerung mittlerweile klar mess- und absehbar.

Große Fragen werden aktuell jedoch eher mit Vorsicht betrachtet. Wie kann Deutschland seine zentrale Rolle in Europa erfolgreicher nutzen? Können die Interessen und Werte der EU in Verhandlungen mit beispielsweise China oder Russland stärker verteidigt werden? Wie wird die Klimapolitik ausgestaltet sein, damit sie gut für unsere Umwelt aber auch für die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen ist? Wie verändert die Digitalisierung das politische System, unsere Demokratie und die Art, wie wir arbeiten? Wie können wir die Digitalisierung in Deutschland nachhaltig fördern, damit wir wettbewerbsfähig bleiben oder gar zur treibenden Kraft von Innovationen werden? Wie kommen wir zu einer Vorgehensweise, in der wir Probleme an der Wurzel anpacken und mehr aktiv als reaktiv handeln, um den Herausforderungen der kommenden Jahre und Jahrzehnte besser begegnen zu können?

Eine offene Debatte über konkrete Zukunftsthemen, die Priorisierung von Investitionen und den ökologischen Umbau der Wirtschaft ist nun das Gebot der Stunde. Eine aktive und wirkungsvolle europäische Zukunftspolitik wird die große Aufgabe der neuen Bundesregierung sein. Dafür könnte sich bereits im ersten Halbjahr 2022 eine erste Chance ergeben, wenn Deutschland während der französischen EU-Ratspräsidentschaft aus der Rolle eines stabilen und zuverlässigen Partners heraus die deutsch-französische Beziehung weiter stärkt, um die großen Herausforderungen als gemeinsames, europäisches Projekt zu definieren und neue Impulse für die europäische Politik zu setzen. Auch wenn Helmut Schmidt einmal gesagt hat: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.“, braucht es jetzt eine Art „visionäre Vernunft“, um Deutschland und Europa erfolgreich in die Zukunft zu führen.

Wie Sie über diese Fragen denken und welche Visionen Sie sich für die Republik wünschen, interessiert uns sehr und wir würden uns freuen, mit Ihnen darüber zu diskutieren. An den Kapitalmärkten wurde das Wahlergebnis gelassen aufgenommen. In unserem Marktbericht zum 3. Quartal 2021 erfahren Sie nähere Details zu den Entwicklungen der Kapitalmärkte und unseren Erwartungen.

Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen und stehen Ihnen wie immer gerne für Ihre Fragen und Anmerkungen zur Verfügung.

Mit herzlichen Grüßen

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