Marktbericht 2. Quartal 2021

„Eine Frage der Grundhaltung.“

Frankfurt am Main, den 5. Juli 2021 – Durch die Corona-Pandemie wurde uns allen bewusst gemacht, dass unser fortschrittliches und hochkomplexes Wirtschafts- und Finanzsystem fragil ist. Die globalisierte Welt, in der wir leben, ist in einer solchen Phase gefährlich miteinander vernetzt und schafft Abhängigkeiten, deren Auswirkungen wir uns in dieser Form nicht immer bewusst waren. Durch die Coronakrise wurde das weltweite System innerhalb kürzester Zeit auf den Kopf gestellt und seine Schwächen sichtbar gemacht. Auch vor Corona waren wir schon dauerhaft im Krisenmodus: Flüchtlings-, Klima-, Demografie- und Schuldenkrise. Corona war in gewisser Hinsicht nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, der Katalysator für längst überfällige Veränderung und Transformation. Dies zeigt sich besonders darin, dass vorwiegend die Unternehmen gestärkt aus den Lockdowns und Einschränkungen hervorgehen, die Technologie und Innovation bereits als Grundlage ihres Geschäftsmodells implementiert hatten.

Nun sehen wir, wie sich viele Dinge in einem immensen Tempo verändern. Während der Pandemie hat fast jedes zweite deutsche Unternehmen neue IT-Projekte gestartet, die in einer solchen Form vorher nicht geplant waren. Doch wieso werden derartige Projekte erst durch eine weltweite Pandemie in die Wege geleitet? Die Re-Priorisierung der Digitalisierung war längst überfällig. Die technischen Möglichkeiten sind bereits weit fortgeschritten und bieten enorme Chancen. Die Pandemie hat keine neuen Technologien hervorgebracht, sondern nur den Druck erhöht, bereits vorhandene digitale Alternativen zu nutzen. Oftmals sind es triviale Hindernisse, die der Weiterentwicklung im Wege stehen: fehlendes Personal, mangelnder Mut zur Veränderung oder Bedenken bei der IT-Sicherheit.

Deutschlands Schlüsselindustrien, wie beispielsweise die Automobilindustrie, haben digitale und innovative Trends verpasst oder gar ignoriert. Sie stehen nun vor einer großen Herausforderung: sich neu erfinden. Erst durch die Häufung der Krisen wurde die Wirtschaft zum Umdenken gezwungen. VW hat den ersten Schritt gewagt und einen neuen Weg in Richtung E-Mobilität eingeschlagen, VW-Tochter Audi hat vor Kurzem verkündet, ab 2026 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zu entwickeln. Andere Anbieter spezialisieren sich auf Wasserstoff oder Car-Sharing. Welche die Innovation sein wird, die sich auch langfristig durchsetzen kann, wird sich zeigen. Fest steht jedoch: Nichts tun ist keine Lösung, Stillstand ist Rückschritt und Fortschritt auch eine Frage der Grundhaltung und Offenheit.

Wir müssen jetzt den Mut haben, neue Wege zu beschreiten und uns neu zu erfinden. Wir dürfen nicht festgefahren sein, in unserem Alltag, unserer Arbeit, unserem gesellschaftlichen Miteinander. Wir können voneinander lernen und dadurch wachsen. Wir werden Krisen dadurch nicht vermeiden können, wir können sie aber aktiv nutzen. Unternehmen mit einem hohen Digitalisierungsgrad kommen besser durch Krisen, erholen sich schneller und gehen meist gestärkt daraus hervor. Und je größer die Krise, desto größer das Potenzial für einen neuen Start und neue Ideen. Wir müssen nur den Mut haben, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen. Daher sollten wir in einer Krise auch immer eine Chance sehen.

Das abgelaufene Quartal war für alle von uns verwalteten Mandate ein Gutes. Die Marktrisiken bleiben dennoch hoch und wir müssen unverändert mit kurzfristig aufkommender Volatilität rechnen. Dazu finden Sie Näheres in unserem Marktbericht zum 2. Quartal 2021.

Wie immer stehen wir Ihnen für Ihre Fragen, Hinweise und Anregungen jederzeit gerne zur Verfügung und freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!

Mit herzlichen Grüßen

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