Marktbericht 2. Quartal 2014

„Die Luft wird dünner.”

Frankfurt am Main, den 4. Juli 2014 - Die Europa-Wahl hat die Diskussion über die Zukunft Europas erneut geprägt. Das Abschneiden der nationalistischen Parteien drückt die Unzufriedenheit vieler Europäer mit ihrer wirtschaftlichen Situation aus wie auch mit der politischen Diskussion, in der es vielen an Teilhabe, Inhalten und Visionen fehlt. Die Diskussion zwischen EU-Parlament und Regierungschefs über den zukünftigen Kommissionspräsidenten schien zunächst ein Zeichen für mehr Einfluss des Wählers zu geben. Doch schnell zeigte sich, dass auch dies Teil des „Postengeschachers“ zwischen den einzelnen Ländern und politischen Lagern wurde. Das mag politischer Alltag sein, gibt aber den Bürgern kein Gefühl von Teilhabe, sondern frustriert, ernüchtert - und unterstützt so die europakritischen Parteien.

Wie kann man die Bürger stärker einbinden und ihnen die Bestätigung geben, dass Europa Vorteile bietet, die der Nationalstaat allein nicht schaffen kann? Wolfgang Schäuble hat hierzu in der FAZ vom 21. Mai 2014 einen interessanten Beitrag geschrieben. Er zitiert Jean Renoirs „Grande Illusion" und macht daran deutlich, dass wachsende wirtschaftliche Verflechtungen und ein gemeinsamer Wertekanon allein nicht mehr ausreichend sind, um langfristig Frieden und Freiheit zu sichern. Er betont die Bedeutung der „Soft Power“ in der globalisierten Welt und sucht ein attraktives Gesellschaftsmodell, getragen von einer starken Volkswirtschaft. Dazu entwirft er den Gedanken einer mehrschichtigen Demokratie von Nationalstaaten und Europa, in der es durch ein einheitliches europäisches Wahlgesetz eine stärkere demokratische Legitimation der europäischen Institutionen gibt. Während dann die Themen, die nur auf europäischer Ebene entschieden werden können (wie Handel, Finanzmarkt, Außen- und Sicherheitspolitik, etc.), auch dort entschieden werden, blieben gleichzeitig so viele Verantwortlichkeiten wie möglich dezentral bei den Mitgliedsstaaten. In der Kombination bedeutet dies zum Beispiel, dass die Staaten ihre nationalen Haushalte frei gestalten, gleichzeitig aber die Einhaltung der gemeinsam vereinbarten Regeln (Verschuldungsgrade etc.) auf europäischer Ebene überwacht wird. Wir würden Bürger unserer Nationalstaaten und des Vereinigten Europas, mit zwei Stimmen und zwei Pässen, und damit Teil eines neuen Staats- und Völkergebildes, mit der das europäische Gesellschaftsmodell des 21. Jahrhunderts entwickelt werden kann.

Wir möchten diesen Gedanke Wolfgang Schäubles nicht bewerten, begrüßen aber sehr, dass diese Diskussion immer öffentlicher geführt wird. Denn was uns allen Europa vertrauter und erstrebens-werter macht, sind Visionen, wie unsere Zukunft aussehen kann, und die Möglichkeit, unsere „Soft Power“ zu leben und zu nutzen.

Welche Schlüsse wir aus den Entwicklungen der vergangenen Wochen an den Kapitalmärkten gezogen haben und was wir für die kommenden Monate erwarten, erfahren Sie in unserem Marktbericht zum 2. Quartal 2014, der zum privaten Gebrauch frei heruntergeladen werden kann.

Es würde uns freuen, das Gespräch über die derzeitige Marktlage persönlich mit Ihnen fortzuführen und uns mit Ihnen über Ihre persönliche Anlagestrategie und derzeitige Vermögenssituation auszutauschen. Für eine Terminvereinbarung und weitere Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

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