Marktbericht 2. Quartal 2012

Ein Plädoyer der Trusted Asset Advisors für mehr europäisches Denken und eine lebendige europäische Diskussion

Frankfurt am Main, den 6. Juli 2012 - In den letzten Wochen hat sich die Eurokrise weiter zugespitzt. Insbesondere die Beschlüsse des EU-Gipfels der letzten Woche zeigen, dass wir immer schneller auf eine Art „Finale“ zusteuern. Die Bundesregierung betont intensiv, dass man unverändert an der Spar- und Stabilitätspolitik festhalte und durch die Zustimmungspflichten davon auch mit den jüngsten Zusagen nicht abgewichen sei. Die mehrheitliche Meinung der Presse und vieler anderer Experten jedoch sieht die schwachen Südstaaten durch das augenscheinliche Nachgeben Frau Merkels als Gewinner des Gipfels, die nun doch weniger Kontrolle und Einflussnahme zugestehen müssen und gleichzeitig mehr Geld bekommen können. Auch die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu ESM und Fiskalpakt wird die weitere Entwicklung nachhaltig beeinflussen. Fakt ist, dass es keine einfachen Lösungen gibt. Die Bundesregierung scheint die langfristige Verlagerung weiterer Kompetenzen auf Brüssel anzustreben und übergreifende Institutionen schaffen zu wollen. Die Kapitalmärkte, insbesondere im Ausland, und die Bürger sehen dies kritisch, und damit steht nicht weniger als die Zukunft der europäischen Einigung – also unser aller Zukunft – im entscheidenden Endspiel: Der eine Weg führt in die Vollendung der europäischen Einigung, mit Währungs-, Fiskal-, Banken- und möglicherweise auch politischer Union, der andere Weg in die Aufgabe der gemeinsamen Währung – und damit höchstwahrscheinlich zurück zur Kleinstaaterei.

Es geht nicht nur um eine gemeinsame Währung, sondern um das gesamte Projekt „Europa“. Ausgehend vom Wunsch, die einzelnen Länder so stark miteinander zu verflechten, dass dauerhaft Frieden in Europa herrscht, hat Europa sich in den vergangenen Jahren nicht nur über die gemeinsame Währung weiterentwickelt, sondern auch durch Dinge wie den freien Grenzverkehr, den gemeinsamen Arbeitsmarkt, eine gemeinsame Umweltpolitik, eine aktive Wettbewerbspolitik und vieles andere mehr. Haben wir uns bereits so an diese Dinge gewöhnt, dass wir sie als gegeben annehmen und in der aktuellen Diskussion vergessen? Es ist jedenfalls festzustellen, dass in der Betrachtung der Vor- und Nachteile des Euros vor allem auf die wirtschaftlichen Zahlen der einzelnen Länder geschaut wird. Dies ist nur verständlich, ist es doch messbarer als die Bewertung der immateriellen Vorteile. Aber ist das wirklich ausreichend? Wir können heute in nahezu allen Ländern Europas ohne große Probleme wohnen, arbeiten und studieren, um damit beispielsweise die in unserer globalisierten Welt so wichtigen internationalen Erfahrungen zu sammeln. Wir reisen einfach und unkompliziert quer durch Europa, und das eben nicht nur, weil wir keine Währungen mehr eintauschen müssen, sondern auch, weil wir im wahrsten Sinne des Wortes freie Fahrt und freien Flug haben. Der Austritt einzelner Länder oder gar ein Auseinanderbrechen des Euros wird viele dieser Freiheiten und Gemeinsamkeiten zwangsläufig auflösen müssen. Ist uns dies bewusst, wenn wir über den Euro sprechen? Welchen Wert haben diese Freiheiten für uns? Auf welchen Werten baut Europa überhaupt? Und um auch die wirtschaftlichen Vorteile nicht zu vergessen: Wie viel Stärke hat Europa in der Welt durch sein gemeinsames Auftreten und wie positiv beeinflusst dies unsere wirtschaftliche Entwicklung? Wo stünde Deutschland allein im globalen Wettbewerb?

Die Diskussion zeigt, wie hoch die Skepsis unter den deutschen Bürgern ist. Die Eurokrise hat eine so hohe Komplexität erreicht, dass es für viele Menschen immer schwerer wird, die Wirkung von neuen Pakten, Verträgen und Gipfelbeschlüssen zu verstehen. Die Krise wird zur Überforderung, die Menschen wollen sich nicht mehr damit beschäftigen und hoffen, dass es einfach irgendwann vorbei ist. Aber wenn sich die Krise nachhaltig auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirkt, Europa einer echten Depression näher rückt und es den Menschen schlecht geht, besteht die Gefahr, dass die schlummernde Überforderung unvermittelt herausbricht und die Menschen sich aus Angst, Not und Unwissenheit aktiv wehren. Die Bilder aus den Straßen Athens geben einen Vorgeschmack auf das, was in Madrid, Barcelona, Rom, Paris aber auch Berlin, Dortmund oder Leipzig passieren kann. Wo kann eine solche Entwicklung hinführen?

Verständlicherweise haben wir alle Angst, Gewohntes aufzugeben und unseren derzeitigen Wohlstand zu verlieren. Und weil es uns in Deutschland immer noch sehr gut geht, sehen wir vielleicht auch gar nicht, wie groß und nah die Gefahren sind. Daher brauchen wir dringend mehr als neue Pakte und Verträge. Wir brauchen eine Vision, ein erstrebenswertes Ziel, für das es sich lohnt, aufzubrechen und Neues zu wagen, Neues zuzulassen. Warum erklärt uns die Politik diese Vision nicht? Traut man sie uns nicht zu? Oder hat sie gar keine Vision? Und wovor genau haben wir Angst? Was geben wir auf, was können wir gewinnen?

Soll dies nun ein Plädoyer für die sogenannten „Vereinigten Staaten von Europa“ sein? Für die Aufgabe weiterer Regeln und Grenzen? Der Freibrief für die schwachen Staaten, zu nehmen was sie wollen? Sicherlich nicht! Sondern es soll ein Plädoyer für mehr europäisches Denken in jedem von uns sein und für eine lebendige europäische Diskussion. Ein Plädoyer dafür, aktiv an diesem für unsere Zukunft so entscheidenden Thema dranzubleiben und mitzureden. Europa geht uns alle an. Wir haben viel zu verlieren und viel zu gewinnen, und gerade auf die Zukunft Ihres Vermögens werden sich die Entwicklungen der kommenden Monate nachhaltig auswirken.

Ein Schluss, den wir als Ihr Trusted Asset Advisor aus dieser Lage ziehen, ist die weitere, konsequente Ausrichtung auf substanzstarke Investments. Mit der richtigen Mischung kann das Vermögen im Falle des europäischen Scheiterns vor langfristig zu großen Verlusten geschützt werden und gleichzeitig prosperieren, falls das europäische Krisenmanagement gelingt. Was wir im Detail damit meinen und welche weiteren Schlüsse wir aus diesen Überlegungen ziehen, kann unserem Marktbericht zum 2. Quartal 2012 entnommen werden, der zum privaten Gebrauch frei heruntergeladen werden kann.

Es würde uns freuen, die hiermit von uns angeregte Diskussion persönlich mit Ihnen fortzuführen und uns mit Ihnen zu den langfristigen Auswirkungen der Eurokrise auf Ihre persönliche Anlagestrategie und derzeitige Vermögenssituation austauschen. Für eine Terminvereinbarung und auch jedwede anderen Fragen stehen wir Ihnen daher jederzeit gerne zur Verfügung und freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!

Runte, Stadtmüller & Mönkediek GmbH
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