Marktbericht 1. Quartal 2014

„Die Herausforderung bleibt.”

Frankfurt am Main, den 4. April 2014 - Durch die Ukraine-Krise nur wenig von der Öffentlichkeit bemerkt, hat die Europäische Union vor wenigen Tagen die „Bankenunion“ auf den Weg gebracht, durch die die Haftung des Steuerzahlers für marode Banken zukünftig deutlich begrenzt bis ausgeschlossen werden soll. Neben den beiden Säulen Bankenaufsicht (europaweit unter dem Dach der EZB) und der europäischen Einlagensicherung (noch im Verhandlungsstatus) soll dieser „Single Resolution Mechanism“ eine der wichtigsten Umsetzungen aus der Finanzkrise sein. Ist eine Bank zahlungsunfähig, haften zunächst die Eigentümer, danach die Gläubiger von Anleihen und Nachrangkapital, etc. und dann die Gläubiger von großen Kontoeinlagen. Sollte dies alles nicht reichen, haftet ein Abwicklungsfonds. Und erst hiernach muss im Zweifelsfall der Steuerzahler einspringen. Und wenn es zum Abwicklungsfall kommt, soll alles auch sehr schnell gehen und eine Bank in weniger als zwei Tagen abgewickelt und unter staatliche Kontrolle gestellt werden.

So weit so gut. Die Idee setzt an der richtigen Stelle an, denn warum soll der Steuerzahler haften, wenn etwas schief geht, die Eigentümer der Bank aber die Gewinne aus den riskanten Geschäften einstreichen. Die Umsetzung der Idee hat dennoch einige Haken: Der Abwicklungsfonds soll ein Volumen von 55 Mrd. Euro haben und durch die Banken gespeist werden – über die kommenden acht Jahre verteilt. Das ist eine lange Zeit, und im Vergleich zu aktuell geschätzt etwa 3.700 Mrd. Euro fragwürdigen Risiken in den Bilanzen der europäischen Banken sind 55 Mrd. Euro eine überschaubare Größe. Noch problematischer aber ist die Frage, wer überhaupt entscheidet, ob eine Bank abgewickelt wird. Die EZB-Aufsicht stößt das Abwicklungsverfahren zwar an, doch es gibt Einspruchsrechte für EU-Kommission und Mitgliedsländer, so dass die finale Entscheidung der Rat der Finanzminister trifft. Damit sind nationalen Interessen und der Kungelei Tür und Tor geöffnet, so dass der Steuerzahler am Ende vermutlich doch der Dumme ist. Denn wenn die Bank nicht abgewickelt werden kann, wird sie schlussendlich mit staatlicher Finanzhilfe am Leben gehalten – also nichts anderes als jetzt auch.

Schon in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts haben insbesondere Großbritannien und die USA entschieden, dass ihre Industrie der Zukunft die Finanzbranche ist, und dementsprechend haben sie den Banken größtmögliche Freiheiten geschaffen. Das war die Keimzelle der Finanzkrise. Heute sind diese Länder wirtschaftlich extrem abhängig von der Finanzbranche – und daher besteht kein wirkliches Interesse, dem Geschäftsgebaren Einhalt zu gebieten. Die Bilder aus 2008, als man sich in globaler Einigkeit zeigte, dass „Monster“ zähmen zu wollen, haben uns damals beruhigt, aber wirklich geändert hat sich nichts. Es wird unverändert „gezockt“, ein Kulturwandel ist nicht zu spüren. Wie denn auch, wenn die Antreiber von damals heute Vorstände der Banken sind. Mark Twain hat gesagt: „Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.“ Und so wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis die nächste große Krise über uns hereinbricht.

Die Lage ist unverändert gefährlich und komplex, das haben auch die Kapitalmärkte in den letzten Wochen wieder gezeigt. Welche Schlüsse wir aus den Entwicklungen der vergangenen Wochen an den Kapitalmärkten gezogen haben und was wir für die kommenden Monate erwarten, erfahren Sie in unserem Marktbericht zum 1. Quartal 2014, der zum privaten Gebrauch frei heruntergeladen werden kann.

Es würde uns freuen, das Gespräch über die derzeitige Marktlage persönlich mit Ihnen fortzuführen und uns mit Ihnen über Ihre persönliche Anlagestrategie und derzeitige Vermögenssituation auszutauschen. Für eine Terminvereinbarung und weitere Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

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